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Steuerfalle für Familien entschärfen

22.09.2015 |  Wie kann Österreich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern?

Beim Familienbund Expertengespräch mit Mag. Dr. Franz Prettenthaler von Joanneum Research Graz und Familienbundpräsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier wurde festgestellt, dass die österreichische Familienpolitik Familien im horizontalen Ausgleich nicht ausreichend unterstützt. Eine Familie mit einem Bruttoeinkommen von Euro 2000 hat durch Transferleistungen das gleiche Einkommen wie eine Familie mit Euro 900. Um Familien gerecht zu entlasten und auch aus der Steuerfalle zu holen, muss der Steuerfreibetrag von Euro 7000 endlich umgesetzt werden. Besonders Mehrkindfamilien sind stark benachteiligt. Entlastung der Familien und mehr Mut zum Kind: das sind die zentralen Zielsetzungen des Österreichischen Familienbundes.

Familie bildet als universale Institution das Fundament unserer Gesellschaft. Die Zukunft einer Gesellschaft wird durch die Familien, durch ihr Vorbild, ihre Erziehungsarbeit maßgeblich bestimmt. Die finanzielle Unterstützung zur Stärkung der "Familie" ist daher essentiell und muss einen breiten Maßnahmenmix beinhalten.

Mag. Dr. Franz Prettenthaler, M.Litt., Sozialwissenschafter und Leiter der Forschungsgruppe Regionalpolitik, Risiko- und Ressourcenökonomik der Joanneum Research:

Das System des Familienlastenausgleichs hat eine starke vertikale Umverteilungswirkung, die eine wesentliche Funktion zur Armutsbekämpfung erfüllt. Allerdings wird der horizontale Ausgleich zwischen Familien mit Kindern und kinderlosen Familien nur unzureichend hergestellt. So werden im unteren Einkommensbereich die kinderreichen gegenüber kinderlosen Familien tendenziell bevorzugt, wogegen im oberen Einkommensbereich das Gegenteil der Fall ist. Dies bedingt auch, dass in einigen Einkommenssegmenten die Aufnahme oder Erweiterung von Erwerbsarbeit (wiedereinsteigende Mütter und Väter nach der Karenz) wenig lukrativ, hingegen in anderen, höheren ein zusätzliches Kind das verfügbare Nettoeinkommen sinken lässt.

Familienbundpräsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier:

Ein familienfreundliches Steuersystem kann viel zur Realisierung des Kinderwunsches beitragen, daher fordert der Österreichische Familienbund:

Eine  automatische Valorisierung aller Familienleistungen, insbesondere der Steuerfrei- und Absetzbeträge, damit diese durch die Inflation nicht real sinken.

Familien mit Unterhaltspflichten sind finanziell stark gefordert. Hier muss es zu einer Entlastung kommen. Wir setzen uns für eine Einführung des schon lange geforderten steuerfreien Existenzminimums von 7.000 Euro pro Kind ein.

Ausweitung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zumindest bis zum Ende der Schulpflicht und Einbeziehung der Kosten für Sprachferien, Ferienlager, Musikschule bis zu 2.300 Euro / Kind.




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