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Erfülltes Familienleben braucht Zeit

24.03.2010 |  Beruf darf nicht zum Taktgeber werden - Enquete des Österreichischen Familienbundes "Kinder brauchen Elternzeit"

 "Familienzeit nimmt ab, die Berufstätigkeit wird immer mehr zum Taktgeber. Eltern haben es allerdings auch selbst in der Hand sich Zeit zu nehmen, sagte die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis anlässlich einer Enquete "Kinder brauchen Elternzeit" im Raiffeisenforum in Wien. Mit dieser Veranstaltung setzte der Österreichische Familienbund seine Kampagne für mehr Zeithoheit in der Familie fort.

Familienbewusste Personalpolitik gefragt

Staatssekretärin Christine Marek betonte in ihren Grußworten die Wichtigkeit einer stabilen Beziehung zwischen Eltern und Kindern. "Jede Kompetenz des Kindes fußt auf der Beziehung der Kinder zu seinen Eltern." Dazu brauchen, so Marek weiter, Familien Zeit. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf könne die Rahmenbedingungen schaffen, damit Eltern sich entscheiden können wie sie ihr Familienleben gestalten wollen. In diesem Zusammenhang sei eine familienbewusste Personalpolitik von größter Wichtigkeit. Eine Studie habe gezeigt, dass Familienfreundlichkeit in Betrieben die Krankenstände senke, die Fluktuation verringere und die Rückkehrquote aus der Karenzzeit sehr hoch sei.

Schule der guten Atmosphäre

Der Hauptreferent Michael Fritz (GF des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen der Uni Ulm)ging auf die Wichtigkeit des "richtigen Lernen und Lehrens" ein. Beim Lernen spielt nicht nur die Schule und vor allem die Qualität der Lehrer eine große Rolle, sondern Kinder brauchen auch Zeit zum Lernen. Im Folgenden nannte er fünf Grundlagen fürs Lernen. Erstens genügt es nicht, dass der Lehrer sein Fach vorträgt, sondern er muss sich auch bemühen, dass der Stoff beim Lernenden ankommt. Zweitens lernen Kinder aus Erfahrungen, nicht durch stures Auswendig lernen, drittens braucht Lernen Emotionen, die viertens aber nicht vom Gefühl von Angst und Furcht geprägt sein dürfen. Eine Schule der guten Atmosphäre sollte eigentlich selbstverständlich sein. Schließlich hilft fünftens eine Vertiefung der Lerninhalte das Behalten der selbigen.

Lehrer brauchen Persönlichkeit

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Kompetenz von Lehrpersonal. Wie der Wiener Landesschulinspektor Dr. Michael Sörös sagte, müsse ein guter Lehrer die "die Kraft der persönlichen Meisterschaft" beherrschen. Lehrer sollen einerseits als Lehrende eine dominante Rolle einnehmen, andererseits Trainer und Coach sein und schließlich für viele Kinder auch immer mehr "Klagemauer", weil Eltern keine Zeit mehr haben.

Der Landesvorsitzende des Wiener Familienbundes Mag. Klaus Daubeck ging in seinem Statement auf die erschreckenden Zahlen einer UNICEF-Studie ein. Danach essen ein Drittel der Kinder nicht regelmäßig zu Hause und nur 47% der Kinder reden mit ihren Eltern mehr als einmal in der Woche. Daubeck regte an Familienleistungen an Elternbildung zu koppeln.

Die GF der Bernit GesmbH, Mag. Christine Berendt, die in Salzburg den Innovationspreis für Telearbeit im Rahmen des Wettbewerbes familienfreundlichster Betrieb, erhalten hat, berichtete über ihr gelungenes Telearbeitszeitmodell. In einer männerdominierten Branche(Fliesen und Stein) hat Bernit einer Mitarbeiterin, die sich in Karenz befunden hat, eine Führungsposition in Teilzeit und auf Telearbeitsbasis angeboten und damit Erfolg gehabt.

Eltern Mut machen

Wie die Präsidentin des Familienbundes in ihren Schlussworten feststellte, müsse noch viel Bewusstsein geschaffen werden, dass auch qualitativ hochwertige Jobs in Teilzeit möglich sind und somit mehr Zeit für die Familie bleibt. Sie wolle als Vertreterin einer Familienorganisation jungen Menschen auch Mut machen, diese Zeit von den Arbeitgebern einzufordern. Es sei auch wichtig Eltern besonders in der Kleinkindphase nicht zu verunsichern, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sie sich die Zeit nehmen können, die sie für ihre Familie brauchen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Es gehe auch darum, dass junge Eltern wieder auf ihre Intuition hören und sich nicht von "Zurufern" bei der Gestaltung ihrer individuellen Familienzeit verunsichern lassen. Jungfamilien erbringen so viele wertvolle Arbeit für die Gesellschaft ein, dass sie auch mit viel mehr Selbstbewusstsein bei der Durchsetzung ihrer Bedürfnisse gerade in der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auftreten sollten, so die Präsidentin des Familienbundes abschließend.




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