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Familien brauchen Transferleistungen

15.06.2010 |  Präs. Andrea Gottweis: Familienpolitik muss nach Bedürfnissen der Menschen gemacht werden, nicht nach Vorschlägen der Sozialpartner

Die Präsentation des Familienberichtes hat eindeutig gezeigt, dass Familienpolitik ausschließlich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen und nicht nach den Eigeninteressen der Sozialpartner gemacht werden muss, sagte heute die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LABg. Andrea Gottweis anlässlich der Präsentation des Familienberichtes.

Der Familienbund unterstützt den Ansatz von Univ. Prof. Wolfgang Mazal, dass Familien in Österreich endlich ihren Vorstellungen von familiären Zusammenleben ohne Zurufe von Interessensvertretungen aus der Wirtschaft und der Arbeitnehmerseite realisieren können.

Direkte Transferleistungen schützen vor Armut

Die Forderung nach mehr Sachleistungen und weniger Transferleistungen in der Familienpolitik geht hundertprozentig an den Bedürfnissen von Familien vorbei und beseitigt jegliche Wahlfreiheit, kritisierte Gottweis. Besonders Mehrkindfamilien und Alleinerziehende sind auf die Familienbeihilfe angewiesen. Eine Kürzung oder sogar teilweise Streichung führt unweigerlich zu einem Ansteigen der Familienarmut in Österreich. Der damit verbundene Kaufkraftverlust ist der Wirtschaft offenbar gar nicht bewusst.

Wahlfreiheit als oberstes Prinzip

In der Familienpolitik muss Wahlfreiheit als oberstes Prinzip gelten, es entspricht weder dem Kindeswohl, noch den Wünschen von jungen Eltern, die Gestaltung ihres Familienlebens hundertprozentig nach der Arbeitswelt auszurichten.
Es ist auch für Familien in Österreich nicht hilfreich, ständig Vergleiche mit anderen europäischen Ländern zu ziehen. Österreichische Familien haben ihre eigene Vorstellung von der Gestaltung ihres Familienlebens, das kulturell gewachsen ist. In der Familienpolitik hat das Prinzip der Subsidiarität zu gelten, daher muss allen "Umerziehungsversuchen" durch die Sozialpartner Einhalt geboten werden.

Wirtschaft ist gefordert

Es entsteht auch der Eindruck, dass die Wirtschaft mit ihren Forderungen in der Familienpolitik davon ablenken will, dass die Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr zu wünschen übrig lassen. Flexible Arbeitszeiten, bedürfnisorientierte Teilzeitarbeitsplätze, betriebseigene Kinderbetreuungsmöglichkeiten, familienentlastende Serviceangebote sind schöne Schlagworte, die aber immer noch viel zu wenig realisiert worden sind.
Wie die Präsidentin des Familienbundes weiter forderte, müssen das Kind und dessen Bedürfnisse im Zentrum der Familienpolitik stehen. "Geht es den Kindern in einer Familie gut, werden auch die Eltern zufrieden sein und ihre Work-Life Balance finden", betonte Gottweis abschließend.




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