Erfreuliche Zusage von Seiten Familienminister Mitterlehner >
< Welchen Wert haben Kinder in Österreich?

Kinder brauchen Vater UND Mutter

08.06.2011 |  Der Österreichische Familienbund begrüßt die Initiative der Justizministerin, gemeinsame Obsorge rasch zu realisieren

Die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, unterstützt die Initiative von Justizministerin Mag. Dr. Beatrix Karl, Obsorge und Besuchsrecht nun rasch neu zu regeln, so dass Kinder bessere Chancen haben, die Beziehung zu beiden Elternteilen auch nach einer Auflösung der Paarbeziehung aufrecht zu halten.

"75% der Kinder haben drei bis vier Jahre nach einer Trennung/Scheidung keinen regelmäßigen Kontakt zum nicht obsorgeberechtigten Elternteil", äußert sich die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, besorgt und fordert, dass die gemeinsame Obsorge zum Standard werden soll. Sie soll nicht mehr von einer einvernehmlichen Einigung der Eltern abhängig sein, sondern muss automatisch gelten, ohne Antragstellung durch die Eltern. Dadurch wird ein häufigerer und regelmäßiger Kontakt mit dem Kind ermöglicht, was sich nicht nur positiv auf die Entwicklung auswirkt, sondern auch zu einer Konfliktminderung unter den Eltern führt, wie Studien ergeben haben. Derzeit ist Besuchskontakt mehr oder minder vom guten Willen der Mütter abhängig. Bei unehelichen Kindern soll, Anerkenntnis der Vaterschaft oder gerichtliche Feststellung vorausgesetzt, das Gericht die Möglichkeit bekommen, eine gemeinsame Obsorge auszusprechen. "In Fällen wo Gewalt im Spiel ist, oder die Verhältnisse derart zerrüttet sind, dass eine Gefahr für das Kind besteht (was auf ca. 10% aller Scheidungen/Trennungen zutrifft), wird die Obsorge im Sinne des Kindeswohles anders zu regeln sein", sagt Gottweis.

Handlungsbedarf besteht auch aufgrund der mangelnden Um- und Durchsetzungsmöglichkeiten beim derzeitigen Besuchsrecht. "Der Familienbund bietet unter anderem Besuchsbegleitung an. Leider kommt es aufgrund des gebrochenen Vertrauens in der Partnerschaft auch zu Übertragung des Konflikts in die Elternschaft. Das kann und soll es nicht sein", betont Gottweis. Die Beschleunigung der Verfahren, verbunden mit zum Beispiel Erziehungsberatung, Supervision oder Mediation, ist eine wichtige Maßnahme, Eltern die Möglichkeit zu geben, ihren partnerschaftlichen Konflikt möglichst rasch und sorgsam aus ihrer Erziehungspflicht "hinauszubekommen".

Für Kinder ist es meist unverständlich, warum ein Elternteil plötzlich weg ist, und sie geben oft sich selbst die Schuld dafür. Das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen leidet sehr darunter. "In dieser Diskussion dürfen daher nie Frauen- oder Männerinteressen im Vordergrund stehen, sondern ausschließlich das Kindeswohl", betont Gottweis abschließend.




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