Talenteschmiede Familie
Was brauchen Familien, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu geben? – Familie bringt einen beachtlichen MehrWert für unsere Gesellschaft. Es sind die Eltern und die Familie, die den Kindern die elementaren Kultur- und Kernkompetenzen vermitteln und damit die Zukunft der Kinder aber auch unseres Landes maßgeblich beeinflussen und bestimmen.
Diese Aufgaben stellen hohe Ansprüche an die Familien. Die Heranwachsenden sollen darüber hinaus befähigt werden, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst zu handeln und ihre Talente zu entwickeln. Die dazu notwendige Reife und ein natürliches Selbstbewusstsein müssen ihnen liebevoll vermittelt werden, damit sie ihre Urteilsfähigkeit, ihr Verantwortungsgefühl, ihren Respekt vor den Mitmenschen und der Umwelt und vieles mehr entwickeln können. Diese Wertevermittlung erfolgt durch Vorleben und Zuwendung. Die Kinder sollen neugierig bleiben, aber auch entsprechend gefordert werden. Das heißt aber auch, sie auf die täglichen Anforderungen vorzubereiten und ihnen die Fertigkeiten zu vermitteln, die für die alltäglichen Tätigkeiten gebraucht werden.
Fest steht, dass die Sprache ein Schlüsselfaktor ist, wenn es um die menschliche Entwicklung und um Wissensvermittlung geht. Die Fähigkeit zu sprechen, seine Gefühle, seine Bedürfnisse und Ideen richtig ausdrücken zu können ist eine Grundkompetenz, die in erster Linie von der Familie vermittelt wird. Dabei müssen die Erziehenden sich nicht nur im Klaren darüber sein, dass Bildung ein hoher Wert ist und es an ihnen liegt, das den Kindern zu vermitteln, sondern sie brauchen auch einen gesellschaftlichen Rahmen, der sie in ihren Aufgaben stärkt.
Am Internationalen Tag der Familie (15. Mai) ging der Österreichische Familienbund gemeinsam mit Univ. Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungsexperte mit Schwerpunkt Mathematik, und Dr. Susanne Schmid, Vorstandsmitglied im Bundeselternverband, der Frage nach, wie die Situation der Familien ist und wie sie bei ihren Aufgaben unterstützt werden können.
Der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Bernhard Baier, forderte ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. „Familien von heute haben andere Bedürfnisse als Familien vor 30 Jahren. Eines ist aber geblieben: Im Mittelpunkt muss das Wohl der Kinder stehen. Kinder sind das Wichtigste was wir haben und daher braucht es eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der Leistungen, die Familien tagtäglich für die Gesellschaft erbringen“, so der Familienpolitiker und Vater von vier Kindern. „Junge Menschen müssen in ihrem Wunsch nach Kindern unterstützt und nicht verunsichert werden. Kinder zu haben, sollte daher in der Gesellschaft wieder positiver gesehen werden. Die Politik ist aufgefordert, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Die Wahlfreiheit muss dabei im Mittelpunkt stehen. Die Entwicklungen, die wir anstreben, sind langfristig. Und dafür stehen wir als Österreichischer Familienbund.“
Unter dem Aspekt der „Generationengerechtigkeit“ deponierte Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner die Frage: Was brauchen Familien, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu geben? In seinem Buch „Gerechtigkeit siegt“ (erschienen im ECOwin Verlag) gibt Robert Taschner Antwort auf diese Frage: „Im Innersten ihres Herzens wünschen sich viele Menschen das Leben mit einem Kind, sogar mit mehreren Kindern. Es muss etwas geben, das wichtiger ist als materielle Bedürfnisse: Es ist der Wunsch, allein oder gemeinsam einen neuen Menschen ins Dasein zu bringen und mit ihm zusammen die Welt neu zu erfahren. Wer viel gibt, bekommt noch mehr zurück. Selbstsucht ist ganz und gar nicht angesagt. Bindung, als ganz und gar freiwillige Entscheidung, stärkt die Seele.“
Dr. Susanne Schmid, engagierte Elternvertreterin, brachte den Spagat, den Eltern heutzutage zwischen Vernunft und Möglichkeiten für ihre Kinder vollbringen müssen, ins Spiel und hinterfragte die derzeitigen Strömungen, die so weit gehen, Kinder noch vor der Zeugung in einer Kinderkrippe anzumelden. „Kinder brauchen Menschen, die sie kontinuierlich durch ihr Leben begleiten, also beständige Bezugspersonen, die für sie da sind, in guten wie in schlechten Zeiten. Keine noch so gute institutionelle Kinderbetreuung kann das leisten. Hier Eltern wieder das Rüstzeug für eine freudvolle Elternerfahrung zu geben“, ist, so Susanne Schmid, „ein Gebot der Stunde.“
Ein sehr starkes Thema in der anschließenden Diskussion war die Wertigkeit von Familie. Familie habe in Österreich keinen sehr hohen Stellenwert, so eine Teilnehmerin der Veranstaltung, und warum ist das in anderen Ländern wie Frankreich oder Skandinavien anders? Bernhard Baier replizierte in diesem Zusammenhang, dass Familie und Kinder sinnstiftend seien, dass das auch von den meisten so empfunden wird, aber dennoch die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit diesen Wert zu wenig schätzt: „Wir alle sind gefordert, diese unsere Gesellschaft von innen her zu verändern. Wir alle müssen vorleben, dass Familie in unseren Leben einen besonderen Stellwert hat und diesen auch gesellschaftlich einfordern. Zivilcourage für Kinder, für Familien ist ein Gebot der Stunde!“
Zum Thema Bildung wurde mehrfach bemerkt, dass Bildung bereits bei der Geburt beginnt. Der Zugang vom Elternhaus, der elterlichen Familie, ist wesentlich prägend für den Zugang zu Bildung dieses Menschen, der gerade das Licht der Welt erblickt hat. Und auch hier wurde wieder der mangelnde Stellenwert von Familie in Österreich zum Thema.
Alexandra Lugert, die Bundesgeschäftsführerin des Österreichischen Familienbundes, bedankte sich abschließend für die besonders interessante Diskussion und hielt fest: „Wir werden dieses Diskussionsforum weiterführen. Hier kommt es zu einem befruchtenden Meinungsaustausch. Dem Thema Familie und ihr Stellenwert in allen Facetten wird hier ein Podium geboten. Wir müssen frei von den persönlichen Ideologien weiter daran arbeiten Familien, den ihnen entsprechenden Raum in unserer Gesellschaft endlich zu geben!“
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