Rund um die Erziehung

Wie man aus den Ergebnissen von Untersuchungen herauslesen kann, hat das Kind die besten Entwicklungschancen, wenn es von den Eltern im demokratischen Erziehungsstil erzogen wird, d.h. es werden Kompromisse mit dem Kind eingegangen. Wie in allen Bereichen des Lebens, so auch in den Norm- und Wertvorstellungen, haben sich die Bedingungen und Ansichten geändert. Bis in die 60er Jahre standen Vorstellungen wie Disziplin, Pflichterfüllung und Gehorsam im Mittelpunk. Es erfolgte ein Wertewandel und Emanzipation, Autonomie (Unabhängigkeit, Selbstbestimmung), Selbstverwirklichung, Kritikfähigkeit usw. werden heute betont.

"Der Hilfswerk Erziehungskompass" bietet für viele schwierige Situationen Lösungsvorschläge und enthält nützliche Verweise auf Literatur und Websites.

» der Hilfswerk Erziehungskompass [PDF 5,1 MB]

 

Erziehungstipps

Bis 3 Zählen (gegen Störverhalten des Kindes)

Erklären Sie Ihrem Kind in einem ruhigen Gespräch, dass sie künftig bestimmte Verhaltensweisen in der Kindererziehung nicht mehr tolerieren werden, sondern einfach bis drei zählen und dann erwarten, dass Ihr Kind mit dem Störverhalten aufhört. Sagen Sie auch, dass Sie nicht zu Diskussionen in der Kindererziehung bereit sind. Sie geben durch diese Erziehungstipps Ihrem Kind die Gelegenheit, sein Verhalten mit zwei Ermahnungen einzustellen. Tut es das in der Kindererziehung nicht, muss es mit Konsequenzen rechnen. Tritt Ihr Kind beispielsweise aus Wut gegen seine Zimmertür, bitten Sie es, ruhig und deutlich aufzuhören. Dann beginnen Sie in der Kindererziehung langsam zu zählen: eins ... (erste Chance für Ihr Kind aufzuhören), zwei ... (zweite Chance aufzuhören) und drei. Hat Ihr Kind trotz dieser Erziehungstipps bis drei nicht aufgehört, müssen Sie konsequent sein und eine vorher angekündigte Strafe in der Kindererziehung einlösen, z.B.: Einschränkung des Fernsehkonsums, Telefonverbot, Computerverbot, bestimmte Aufgaben im Haushalt erledigen, kein Nachtisch, etc.

Strukturierter Tag

Regelmäßigkeiten strukturieren den Tag und machen ihn bis zu einem gewissen Grad berechenbar. Das bietet Babys Halt und Stabilität. Sobald ihr Baby seine Umwelt mit hellwachen Sinnen erforscht, erweitert sich die Bedeutung des stetig Wiederkehrenden: Es vermittelt ihm einen Rahmen  für die täglichen Abläufe und es lernt dadurch schneller, sich an bestimmte Regeln zu halten. Doch Regelmäßigkeiten haben nicht nur mit Regeln zu tun, sondern auch mit Vertrautheit: Schon in ihrem ersten Lebensjahr erkennen Babys Vertrautes wieder. Das Bett steht immer am gleichen Platz, vor  dem Essen wünscht sich die Familie einen guten Appetit, nach dem Waschen wird geschmust. Für Kinder ist dieses Regelmäßige und Wiedererkennbare wichtig, denn es gibt ihnen Sicherheit in einer Welt, in der sie ständig dazulernen müssen.

Zimmer aufräumen

Kommt man mit Argumenten, warum es besser ist, das Zimmer sauber und aufgeräumt zu halten, bringt das meist gar nichts. Das Kind schaut einen blöd an und dreht sich gelangweilt weg. Drohungen und der Versuch sein Kind zu zwingen, das Zimmer aufzuräumen sind ebenfalls eher kontraproduktiv. Versuchen Sie hingegen daraus ein Spiel zu machen: Schaffen Sie Ordnung in der Küche, während Ihr Kind sein Zimmer aufräumt. Wer zuerst fertig ist, hat gewonnen.
Oder zeigen Sie Perspektiven auf wie: „Je schneller du aufräumst, desto mehr Zeit haben wir nachher, um etwas zu spielen.“

Bettnässen

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßig, vor allem vor dem Schlafengehen, zur Toilette geht. Hört das Bettnässen nicht auf, prüfen Sie mögliche Ursachen (zu wenig Zuwendung ihrerseits z.B.). Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm, wenn es sich eingenässt hat und sagen Sie ihm, wie lieb sie es haben. Wenn es trocken geblieben ist, loben Sie es!

Bewegungsmangel

Lassen Sie Ihr Kind so oft wie möglich Sport treiben (fördert das Selbstbewusstsein) und bewegen Sie sich einmal pro Woche gemeinsam als Familie (Waldspaziergang, Zoo, Paddeltour). Wichtig: Seien Sie Ihrem Kind ein aktives Vorbild, indem Sie kleine Strecken mit dem Rad fahren oder mit ihm zusammen turnen. Und schaffen Sie Bewegungsmöglichkeiten: Eine Schaukel kann man sogar im Kinderzimmer anbringen!

Computer, Gameboy...

Lassen Sie Ihr Kind anfangs nicht mit dem Computer allein, sondern erklären Sie ihm das Gerät und geben Sie Hilfestellung. Spielen Sie gelegentlich mit, aber begrenzen Sie die Zeit vor dem Bildschirm (für ein sechsjähriges Kind gilt: höchstens eine Stunde) und rechnen Sie dabei auch die Fernsehzeiten mit ein. Wichtig: Vorher die Software unter die Lupe nehmen!

Hilfe im Haushalt

Erledigen Sie Aufgaben gemeinsam und gestalten Sie die Arbeit so, dass sie Spaß macht. Hören Sie eine spannende CD oder erzählen Sie sich dabei ein paar Geschichten. Tipp: Verteilen Sie Bonuspunkte. Wer etwas im Haushalt macht, bekommt einen Punkt. Wer zuerst zehn Punkte gesammelt hat, darf sich etwas wünschen, was die Familie gemeinsam unternimmt.

Konsumrausch

Seien Sie beim Einkaufen ein Vorbild für Ihre Kinder, lassen Sie sich währenddessen nicht erpressen und kaufen Sie auch keine Geschenke zwischendurch. Auf große Geschenke sollten Kinder bis Weihnachten oder zum Geburtstag warten. Das ist ein Lernprozess, der zwar keinen Spaß macht, aber dringend notwendig ist.

Süßigkeiten

Süßes sollten Sie nicht offen herumliegen lassen, es aber genauso wenig kategorisch verbieten. Vor allem: Setzen Sie Süßigkeiten nicht als Belohnung oder Trostpflaster ein, sonst gewöhnt sich das Kind daran, sich in schlechten Zeiten damit vollzustopfen.

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